Elisabeth-Banner gesegnet

Gedenken an Papstbesuch: Elisabeth-Banner in Eisenach gesegnet

Bürger der Stadt und Besucher des Gemeindefestes nahmen an der Segnung des Banners teil.

Sie ist 8,50 Meter lang, 2,50 Meter breit und etwa 20 Kilo schwer. Am 24. September 2011 hing sie auf dem Erfurter Domplatz, während vorne auf der Bühne Papst Benedikt XVI. seine Predigt hielt. Nun gehört diese Fahne der katholischen Kirchgemeinde Eisenach und ist jetzt auch gesegnet.

Monsignore Pfarrer Heinz Gunkel segnete das  Elisabeth-Banner, das seinen Platz in der  Predigerkirche gefunden hat.Eisenach. Insgesamt hingen beim Papstbesuch drei Fahnen als Schmuck für die Bühne. Sie zeigten die drei Schutzheiligen des Bistums Erfurt, Elisabeth von Thüringen, Bonifatius und Kilian. Mit Hilfe der Wartburgsparkasse hat Monsignore Pfarrer Heinz Gunkel aus Eisenach das Elisabethbanner "für unsere Stadt" erworben. Gunkel war es auch der nun bei einemGedenken an Elisabeth und Papstbesuch in der Predigerkirche die Fahne segnete. Das nun in der
Predigerkirche aufgehängte Elisabethbanner wurde von Evelyn Körber entworfen. "Seid barmherzig wie euer himmlischer Vater", so ist es auf der Fahne zu lesen.

Die Predigerkirche bot sich als Ort natürlich an. Sie war ist das erste Gotteshaus, das nach der Heiligsprechung von Elisabeth erbaut wurde. Somit kommt ihr eine besondere Bedeutung zu. Die Kirche wurde bald nach der Säkularisierung im 16. Jahrhundert als Kornspeicher, Armenküche und vieles mehr genutzt, bis sie 1905 die Sammlungen des Thüringer Museums aufnahm.

Daran erinnerten Kulturamtsleiter Reinhard Lorenz und Mitarbeiter Martin Scholz. "Unser Traum und Ziel ist es ja, dass die Erinnerung an das Wirken und der Mythos der Heiligen Elisabeth künftig gerade hier nachdrücklich in Erscheinung treten sollen", verwies Lorenz auch auf weitergehende Überlegungen. Danach soll dort ein Ort der Erinnerung an Elisabeth entstehen, wo auch die Frage aufgeworfen werden soll, "was Elisabeth und ihr Wirken mit uns heute zu tun haben". Schließlich, so Lorenz, sei Eisenach mit Luther und Elisabeth ein "Juwel der Ökumene".

"Mich ergreift immer Ehrfurcht, wenn ich die Stufen zur Predigerkirche heruntergehen, Ehrfurcht vor dieser Geschichte und der großen Kunst, die hier zu erleben und spüren ist", so Oberbürgermeister Katja Wolf . Die Stadt
Eisenach habe ja soviel zu bieten. Mit Bach, Luther und der heiligen Elisabeth "fällt die Schwerpunktsetzung da manchmal schwer". Für sie selbst, so Wolf, als diplomierte Sozialpädagogin habe aber Elisabeth schließlich als "Gründerin der Sozialarbeit" schon immer eine besondere Rolle gespielt, als Vorbild für "Barmherzigkeit oder auch Solidarität".

Monsignore Gunkel stellte fest, "dass Eisenach eine reiche Stadt ist. Reichtum lässt sich dabei nicht immer in Geld fassen. Die Predigerkirche gehört zu diesen Reichtümern Eisenachs". Und so gehöre es auch zu seinemTraum, dass "der Heiligen Elisabeth hier an dieser Stelle mehr Platz eingeräumt wird." Nicht selten werde von Besuchern die Frage an ihn gerichtet, "wo die Heilige denn Eisenach sichtbar und greifbar sei".

Gunkel hofft, dass das Banner das Zeichen dafür werde, dass " wir auch in der Tradition des Wirkens der heiligen Elisabeth zusammen leben und uns gegenseitig unterstützen". Denn eine Stadt ohne dieses gute Zusammenleben,
Zusammenarbeiten oder ohne Barmherzigkeit funktioniere nicht. "Von dieser Stadt ist viel Gutes ausgegangen und wird in den Herausforderungen unserer Geschichte Neues entstehen lassen.

Fotos: P. Rossbach
Quelle: Peter Rossbach, TLZ 04.09.2012