Ansichten der St. Elisabethkirche Eisenach

Zum Anzeigen der Bildergalerie klicken Sie bitte auf das Bild! In Kürze werden weitere Bilder hinzugefügt - es lohnt sich also, hin und wieder vorbeizuschauen!

Die Fenster der St. Elisabethkirche

Im Sommer 2002 wurden 15 Fenster sowie das Türoberlicht in Schmelzglasmalerei neu gestaltet und mit einer äußeren Schutzverglasung versehen. Gleichzeitig sind die noch erhaltenen Fenster aus der Entstehungszeit der Kirche (1 Fenster über dem Haupteingang, 3 Fenster in der Sakristei und das Marienfenster in der Sakramentskapelle) restauriert worden.

Frau Schwarze-Kalkoff (http://www.glasgestaltung-schwarze-kalkoff.de) wurde gebeten, in den Chorraumfenstern das Thema "Auferstehung" umzusetzen.

Die Leitgedanken für die Gestaltung des Fensters über dem Seiteneingang lassen sich am ehesten in der Formulierung "Sendung des Heiligen Geistes" zusammenfassen. In Analogie dazu kann man dann das Anliegen des gegenüberliegenden Fensters als "Sendung der Gemeinde" bezeichnen.

Schwarze Linien und "auseinanderdriftende" Kreuze sind in den übrigen Fenstern des Kirchenschiffes immer wieder als Gestaltungselemente zu finden und stellen so einen Bezug zu den Chorraumfenstern her.

Wenn man die Kirche verlässt, fällt der Blick auf das Türoberlicht. Man wird an die Chorraumfenster erinnert und kann so den Gedanken an die Auferstehung in das Leben des Alltags mit hinausnehmen.

Die Sakramentskapelle zieren neben dem alten Marienfenster nun ein Elisabethfenster (Motiv: Rose der Hl. Elisabeth - das Siegel der Pfarrgemeinde zeigt übrigens die Elisabethrose vor einem Kreuz) und ein Bonifatiusfenster (Motiv: vom Schwert durchbohrte Bibel - Bonifatius ist, neben der Hl. Elisabeth, der zweite Patron des Bistums Erfurt).

Die Farbgestaltung des Kirchenraumes

Bei der Neugestaltung der Kirche (durch Wolfgang Nickel,  http://www.glasart-nickel.de) war es unser Ziel, einen Sakralraum zu gestalten, in dem die neuen Kirchenfenster mit den Farben der Wände und Säulen eine warme, in sich stimmige, ruhige Atmosphäre schaffen. Zudem soll der Blick der Kirchenbesucher fast unwillkürlich auf die wesentliche "Orte" (Altarraum mit Kreuz und Flügelaltar, Sakramentskapelle und die Statue der Hl. Elisabeth) im Kirchenraum gelenkt werden. Erreicht wird dies dadurch, dass bei der Gestaltung der Säulen und Gewölberippen die vorherrschenden blauen Farbtöne der Fenster aufgenommen werden, der Altarraum in einem kräftigen Goldocker, und die Sakramentskapelle im sogenannten mittelalterlichen "Ochsenrot" ausgemalt sind. Bei der Gestaltung von Wänden und Decke des Kircheschiffes wird die Ockerfarbe in sehr hellen, leichten Tönen variiert.

Darüber hinaus kan man (in Anlehnung an den Symbolgehalt des Farbkodex der mittelalterlichen Malerei) die Farbgestaltung der Kirche "theologisch" deuten:

Wenn wir die Kirche betreten, dann wechseln wir aus unserer Alltagswelt in die Sphäre des Sakralen, gelangen an einen Ort, der uns in besonderer Weise die Verbindung mit Gott aufschließen möchte. Ausgerichtet ist die Kirche auf den Chorraum, wo in der Eucharistiefeier Gott selbst im gewandelten Brot gegenwärtig wird und uns begegnet. Darauf weist das Goldocker (Gold, Goldocker - Symbol für das Göttliche) hin. Die rote Farbe (Rot - Farbe der Liebe, Farbe des Blutes, Hinweis auf den Opfertod Christi) der Sakramentskapelle deutet darauf hin, dass hier - durch das im Tabernakel aufbewahrte konsekrierte Brot, in dem Gott gegenwärtig ist - das "Herz der Kirche" schlägt. Im gleichen Rot ist die Nische im südlichen Querschiff ausgemalt, in der eine Figur der Hl. Elisabeth (unsere Kirchenpatronin) steht. Elisabeth hat in der Nachfolge Christi ihr Herz den Armen und Bedürftigen ganz weit geöffnet und ist so selbst zum Symbold der Liebe Gottes zu uns Menschen geworden.

Wir Menschen dürfen uns als Gottes Geschöpfe, geschaffen nach seinem Abbild (Gen 1,26), verstehen. Das heißt: auch in unserer Begrenztheit und irdischen Endlichkeit lassen sich Spuren Gottes entdecken. Daran kann die Gestaltung des Kirchenschiffes (Raum der Gläubigen) in den hellen Gelb- und Ockertönen erinnern.

Als Gemeinschaft der Glaubenden bilden, gestalten und tragen, gestärkt durch Gottes Geist, Menschen die Kirche ihrer Zeit. Grundlage hierfür ist die Taufe, in der uns Christuns in diese Gemeinschaft beruft. In der Taufe wendet er sich dem einzelnen Menschen ganz zu und lädt ihn ein, darauf im Leben immer wieder neu zu antworten. Diesbezüglich kann man das Blau (blau - Farbe des Wassers, Symbol für Wahrhaftigkeit und Treue) deuten, in dem die Säulen und die tragenden Elemente der Decke gestaltet sind. Wie die Säulen und Gewölberippen die Decke tragen und dem Kirchenbau Stabilität geben, so trägt und stärkt uns seit der Taufe Christus, der in Treue unsere Lebenswege begleitet. Auf dieselbe Weise können wir wiederum darangehen, gestützt durch das Sakrament der Taufe, die Kirche und unsere Welt aus den Werten heraus zu gestalten, die im Evangelium (Wort Gottes) angesprochen werden.

Die "Ausstattung" der St. Elisabethkirche

1. Der Flügelaltar (Chorraum)

In seinem Testament vermacht Prälat Johannes Janssen (+ 24.12.1891 in Frankfurt a.M.) den Flügelaltar nebst Zubehör der St. Elisabethkirche zu Eisenach. Der Altar ist kein einheitliches Werk. Prälat Janssen hatte den Mittelschrein auf dem Speicher einer protestantischen Kirche in Norddeutschland entdeckt und herrichten lassen. Aus dem späten 15. oder dem frühen 16. Jahrhundert stammen die Figuren des Mittelteiles. Die Flügel sind Fragmente eines anderen Altares und wurden angepasst. Die Zusammenstellung erklärt die vorhandenen Doppelungen von Heiligendarstellungen. Die auf den Flügeln aufgemalten Heiligenfiguren auf den Vorderseiten sind alt, die Ummalung stammt, ebenso wie die Gemälde auf den Rückseiten der Flügel, aus dem 19. Jahrhundert.

Flügelaltar:

 

Hl. Georg


 

Hl. Margaretha


Hl. Georg

 


Madonna


Hl. Barbara

 

Hl. Dorothea


Hl. Dorothea

Hl. Katharina

 

Hl. Ursula


Hinten, linker Flügel: Madonna mit Jesuskind und Rosenkranz
hinten, rechter Flügel: Hl. Dominikus, Hl. Birgitta von Schweden

2. Elisabethstatue mit Brot und Fisch (Nische, südliches Querschiff)

Diese Figur wurde 1931 von Joseph Eder aus Wüstensachsen (Hessen) geschnitzt.

3. Hl. Konrad und Hl. Antonius (Wand, unter der Orgelempore)

1946 fertigte Hildegard Hendrichs (Erfurt) diese Werke.

4. Kreuzwegstationen (Seitenwände Kirchenschiff)

Katharina Volbers aus unserer Gemeinde, eine Schülerin von Karl Schmidt-Rottloff, schuf diesen eindrucksvollen Leidensweg Christi für die Elisabethkirche.

5. Reliefs (links und rechts des Seiteneinganges)

Das "Abendmahl" und das "Opfer des Melchisedek" sind Fragmente aus dem ursprünglichen Hochaltar der Kirche, der 1965 entfernt wurde.

6. Die Orgel

Im Frühjahr 1972 wurde durch die Firma Jehmlich aus Dresden die jetzige Orgel eingebaut. Sie hat 18 klingende Stimmen, etwa 1200 klingende Pfeifen, mechanische Traktur und Schleifladen. 1996 war eine größere Durchsicht und Reinigung erforderlich. Dabei wurde der Klang der Orgel durch Orgelbaumeister Bernhard Kutter (Waltershausen) verändert. Den Grundstimmen wurde mehr Volumen gegeben, die teilweise sehr scharfen Spitzen geglättet, so dass die Orgel jetzt einen homogeneren Klang besitzt.